Japankäfer erreicht das Berner Oberland

Der Japankäfer breitet sich im Kanton Bern weiter aus – und ist inzwischen auch in unserer unmittelbaren Region angekommen.
Im Jahr 2026 wurde im Kanton Bern und auch im Raum Interlaken eine Population des Japankäfers bestätigt. Damit ist der invasive Schädling nun auch in unmittelbarer Nähe zum Haslital nachgewiesen.
Für das betroffene Gebiet gelten verbindliche Massnahmen, um eine weitere Ausbreitung und Verschleppung des Japankäfers möglichst zu verhindern.
Zum ausgewiesenen Befallsherd gehören Interlaken, Beatenberg, Matten bei Interlaken, Ringgenberg, Unterseen und Wilderswil. Die umliegende Pufferzone reicht noch deutlich weiter und umfasst unter anderem Bönigen, Därligen, Gsteigwiler, Gündlischwand, Habkern, Iseltwald, Krattigen und Leissigen.
Für uns als Gartenbauunternehmen im Berner Oberland ist diese Entwicklung besonders relevant. Der Japankäfer kann zahlreiche Pflanzen schädigen und seine Larven können erhebliche Schäden an Rasen- und Grünflächen verursachen. Gleichzeitig können Käfer und Larven bei Gartenarbeiten unbemerkt über Grüngut, Pflanzenmaterial, Kompost oder Oberboden verschleppt werden.
Deshalb möchten wir unsere Kundinnen und Kunden frühzeitig über den Japankäfer informieren und zeigen, worauf jetzt im eigenen Garten geachtet werden sollte.
Was ist der Japankäfer?
Der Japankäfer (Popillia japonica) ist ein invasiver Schädling, der ursprünglich aus Asien stammt. In der Schweiz gilt er als Quarantäneorganismus und ist melde- und bekämpfungspflichtig.
Der Käfer ist besonders problematisch, weil er ein sehr breites Nahrungsspektrum besitzt: Über 400 verschiedene Pflanzenarten können befallen werden. Dazu gehören Obstbäume, Beeren, Reben, Mais sowie zahlreiche Zierpflanzen.
Die ausgewachsenen Käfer fressen an Blättern, Blüten und Früchten. Bei starkem Befall bleiben von den Blättern teilweise nur noch die Blattadern übrig.
Auch die Larven – sogenannte Engerlinge – können grosse Schäden verursachen. Sie leben im Boden und ernähren sich von Graswurzeln. Dadurch können Rasenflächen und Wiesen braun werden oder teilweise absterben.
Wie erkenne ich einen Japankäfer?
Der Japankäfer ist ungefähr so gross wie ein 5-Rappen-Stück und kann leicht mit einheimischen Käferarten verwechselt werden.
Typische Merkmale sind:
metallisch grün schimmernder Kopf und Halsschild
braun bis kupferfarbene Flügeldecken
fünf weisse Haarbüschel auf jeder Seite des Hinterleibs
zwei grössere weisse Haarbüschel am hinteren Körperende
Die ausgewachsenen Käfer werden hauptsächlich zwischen Juni und September angetroffen.

Warum sind Gärten und Rasenflächen betroffen?
Gerade für Gartenbesitzer ist der Japankäfer relevant.
Die Weibchen legen ihre Eier bevorzugt in feuchte und kurz geschnittene Grasflächen. Regelmässig bewässerte Rasenflächen können deshalb günstige Bedingungen für die Entwicklung der Larven bieten.
Hinzu kommt die Gefahr der Verschleppung. Bei Garten- und Bauarbeiten können Käfer oder Larven beispielsweise über Grüngut, Pflanzenmaterial, Kompost oder Oberboden in andere Gebiete gelangen.
In den vom Kanton festgelegten Befalls- und Pufferzonen gelten deshalb besondere Vorschriften. Diese betreffen auch Landschaftsgärtnereien und den Pflanzenhandel.
Was tun bei einem verdächtigen Käfer?
Wer einen verdächtigen Käfer entdeckt, sollte aufmerksam reagieren:
Käfer von oben und von der Seite fotografieren.
Käfer einfangen.
In einem dicht verschlossenen Behälter aufbewahren.
Fund der Fachstelle Pflanzenschutz des Kantons Bern melden.
Rückmeldung der Fachstelle abwarten.
Wichtig: Verdächtige Käfer bitte nicht zur Bestimmung in eine Gärtnerei oder ein Gartencenter bringen. Dadurch könnte der Schädling unbeabsichtigt weiterverbreitet werden.
Was können Gartenbesitzer jetzt tun?
Besonders während der Sommermonate lohnt es sich, Pflanzen und Rasenflächen aufmerksam zu beobachten. Achten Sie auf verdächtige Käfer, ungewöhnliche Frassschäden sowie plötzlich braun werdende Rasenflächen.
Befindet sich Ihr Grundstück innerhalb eines offiziellen Befallsherdes oder einer Pufferzone, müssen die aktuellen Vorgaben des Kantons Bern beachtet werden. Die genaue Abgrenzung kann auf der aktuellen Karte des Kantons überprüft werden.
Von einer eigenständigen Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln ist abzusehen. Die Bekämpfung des Japankäfers wird von den zuständigen Fachstellen koordiniert.
Unsere Verantwortung als Landschaftsgärtner
Als Green Gartengestaltung beobachten wir die Entwicklung im Berner Oberland aufmerksam.
Gerade weil der Japankäfer mittlerweile auch in Interlaken und Umgebung nachgewiesen wurde, ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Grüngut, Pflanzen und Boden besonders wichtig. Als Landschaftsgärtner können auch wir einen Beitrag dazu leisten, eine weitere Verschleppung möglichst zu verhindern.
Dabei gilt aber auch: Nicht jeder Engerling und nicht jeder grün schimmernde Käfer ist ein Japankäfer. Bei einem Verdacht ist deshalb eine korrekte Bestimmung wichtig.
Weitere Informationen zum Japankäfer finden Sie auf der Website des Kantons Bern:




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